10 Forderungen - Pflege am Boden

... eine Initiative für eine würdevolle Pflege im Alter

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde von „Pflege am Boden“!

 

Am 11. Oktober 2014 jährt sich das erste Auftreten von Pflegenden, die die Ausdrucksform „Pflege am Boden“ als Protestmöglichkeit wahrnehmen. Eine Einladung zum einjährigen Jubiläum werden wir folgen lassen. Wir stellen fest, dass es uns entgegen aller Unkenrufe nach fast einem Jahr immer noch gibt. Mit „Pflege am Boden“ haben vor allem beruflich Pflegende, aber auch pflegende Angehörige, eine symbolträchtige Ausdrucksform gefunden.


Faktisch sind beruflich Pflegende die einzige gesellschaftliche Gruppe, die ein Streikrecht nicht ausführen können. Angesichts der Tatsache, dass auf den Stationen längst DIE Notbesetzung vorherrscht, die es bei Streiks auch gäbe, wäre ein Streik also absurd und zum Schaden derer, denen der Streik eigentlich Vorteile bringen sollte. Fließbänder kann man abstellen, menschliche Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Das heißt, dass Pflegende keinerlei Mittel haben, um ihre Interessen und Bedürfnisse durchzusetzen. Wir sind also darauf angewiesen, Formen zu finden, die uns eine Solidarisierung anderer vergewissert. Und dies muss in einem Ausmaß und auf Dauer so geschehen, dass der öffentliche Druck auf Entscheidungsträger in der Gesundheitsbranche und auf die Politiker wächst und sie geradezu zum Handeln zwingt. Das heißt, dass diese Ausdrucksform durchaus lauter und provokanter in Szene gesetzt werden wird!
Die Bewegungen, Stammtische, Netze und  andere Protestformen innerhalb der Pflege nehmen immer mehr zu. Sie treten heraus aus unterschiedlichen Gruppierungen, aus Gewerkschaften, Berufsverbänden, Protestbewegungen, denen längst klar ist, dass der Zenit überschritten ist und die Branche sich in einer gefährlichen Abwärtsspirale befindet. Denen klar ist, dass es kein Erkenntnisproblem hinsichtlich der prekären Rahmenbedingungen gibt.
Allerdings ist die Pflegebranche uneinheitlich im Erscheinungsbild. Dennoch gibt es eine gemeinsame Basis.
Allen ist klar, dass Pflege einen höheren Preis hat, als die Politik wagt durch Gesetzesgestaltung zu garantieren. Die Lobby anderer verhindert ein Durchdringen.
Wenn nun die Hebel der politischen Einflussnahme (Streik, Lobby, Parteipolitik, etc.) den Pflegenden nicht in gleicher Weise zur Verfügung stehen wie anderen, dann bleibt nur der lange Marsch durch die Institutionen.
Wenn „Pflege am Boden“ eine Ausdrucksform des Protests ist, mit dem Ziel in die Herzen von Politik und Bevölkerung einzudringen, also keine Bewegung an sich, dann müssen und werden wir in die verschiedenen Gruppen und Bewegungen nachhaltiger eindringen und „Pflege am Boden“ zu DEREN Ausdrucksform machen!

Die Organisatoren in den teilnehmenden Orten von „Pflege am Boden“ haben in den letzten Monaten viel gelernt. Wir erlebten die Smartmobs als persönlich bereichernd und befreiend, aber waren auch enttäuscht, dass das Feuer nicht immer und überall so übersprang. Jetzt sind zumindest die zentralen Forderungen formuliert und veröffentlicht, die eine gemeinsame Basis darstellen sollen. Die Öffentlichkeit weiß nun, wofür wir liegen und stehen, und unsere Teilnehmer können diesen Forderungen in der Regel sehr gut folgen. Wir werden diesen neuen Schwung, den die Forderungen unserer Ausdrucksform verleiht, jetzt unbedingt nutzen und weitere Aktionen umsetzen.
Ich füge eine Kurzversion und die Langversion (als Broschüre) dieser Mail in pdf-Format als Anlage bei.

(gelbe Markierung anklicken und betreffende Form der 10 Forderungen auf  den Rechner laden)


Ich würde mich freuen, wenn Sie die Forderungen verbreiten könnten und vielleicht mögen Sie dazu  auch ein feedback geben!?
 

Herzliche Grüße

Michael Thomsen