Das Aktuellste aus der Pflege

... eine Initiative für eine würdevolle Pflege im Alter

Lesen Sie diese aktuelle Information von Adelheit von Stösser:

 

Liebe Leserin, lieber Leser  

In der Woche als die Bundesregierung beschloss, die Pflegenoten nicht 2016 abzuschaffen, sondern noch bis 2018 den Bundesbürgern eine schöne heile Pflegewelt vorzugaukeln, las ich gerade Nebelwelten von Peter Wißmann. Ein  wohltuend kritisches Buch aus der Feder eines Insiders in Sachen Demenz.  Kernaussage: Nicht die Menschen mit der Diagnose Demenz sind das Problem, Psondern die Parallelwelt  die sich um diese herum entwickelt hat.  Eine Welt in der es normal geworden ist, anderen etwas vorzugaukeln, in der sich kaum  jemand aufregt wenn individuelle Pflege versprochen wird,  obwohl jeder weiß, dass das Personal Fließbandarbeit leisten muss.  Damit der Schein nach außen gewahrt bleibt, haben die Regierenden im Verbund mit den Kassen und Heimbetreibern eine Scheintransparenz eingeführt.  Ein Prüfsystem, das  jedem Heim Bestnoten garantiert.  Heime, in denen alle Bewohner ruhig gestellt und fixiert werden, die sich nicht klaglos in ihr Schicksal fügen, erhalten ebenso Bestnoten, wie solche die genau das nicht praktizieren.  Mehr dazu sowie zu der „Streitschrift“ von Peter Wißmann, erfahren Sie im Beitrag auf Pflege-Prisma: http://pflege-prisma.de/wenn-lug-und-trug-in-der-pflege-schule-machen/

 

Auch Baden-Württemberg schreibt  Mindestpersonalschlüssel im Nachtdienst vor 
Nachdem Bayern  bereits im Januar auf unseren Appell reagiert hatte, wonach ab diesem Monat  in den Heimen Bayerns eine Nachtwache für 30 bis maximal 40 Bewohner einzusetzen sind,  verfügte nun auch Baden-Württemberg einen Sicherheitsstandard für die Nachtdienste. Vor wenigen Tagen erklärte die Ministerin, Katrin Altpeter,  dass "für jeweils vierzig Bewohnerinnen und Bewohner mindestens eine Pflegefachkraft bei Nacht da sein muss." Schon die Tatsache, dass ihr Ministerium  die Entscheidung der Nachtdienstbesetzung nicht länger der Selbstverwaltung überlässt, zeigt, dass unser Appell angekommen ist.   Insgesamt fällt die Neuregelung jedoch zu Ungunsten des Tagdienstes aus und bleibt hinter unseren Forderungen zurück. http://nachtdienst.pflege-prisma.de/baden-wuerttemberg-legt-als-zweites-bundesland-einen-nachtwachenschluessel-fest/

 

Pflegestärkungsgesetz II:  Der Abstufung folgt Degradierung

Wie nicht anders zu erwarten, wurde  die Einführung des  neue Pflegebedürftigkeitsbegriff  für 2017 beschlossen.  Unser Veto konnte als unbedeutende Einzelstimme  ignoriert werden. So funktioniert Politik.  Wenn die Mehrheit einer Sache zustimmt, wird der gesellschaftliche Nutzen/Schaden nicht geprüft.  Alternative Lösungen kamen nie in Betracht.  Mit Zustimmung von Kassen und Träger sowie  VdK, SoVD,  Verbraucherschutz und anderen Interessensvertretern und Lobbyisten der Branche,  werden alte Menschen mit  Hilfebedarf demnächst nicht mehr abgestuft sondern  degradiert.  Immerhin hat die Zeitschrift Altenpflege unser Contra  dem Pro des Pflegebeauftragten Laumann entgegen gestellt: http://pflege-prisma.de/wp-content/uploads/2015/05/Contra-Pflegebed%C3%BCrftigkeitsbegriff-AP_72015.pdf   

 

Lichtblick für Betreuungsgeschädigte 

In Hildesheim gibt es seit kurzem einen BetreuungsGeschädigtenVerein, www.bgv-hildesheim.de , der sich politisch wie in Einzelfällen für die Stärkung der Rechtsstellung von Betreuten und Angehörigen einsetzen will. Rechtsanwältin Marion Hummel, eine der Gründungsmitglieder,   hat Erfahrung in der Vertretung von Betroffenen. Ihre Fälle wurden in Fernsehsendungen gezeigt, die ich in Beiträgen auf pflege-prisma verlinkt habe.  Dass es sich lohnt, Betreuungswillkür an die Öffentlichkeit zu bringen, hat sich auch im Fall des Michael S, gezeigt. Ohne das Einschreiten von Frau Thiel, ohne den Fernsehbeitrag in Report und ohne unsere Internetveröffentlichung würde er vermutlich immer noch fixiert und isoliert dahin vegetieren.  Seit Anfang Juli befindet sich der „junge Behinderte“ nun in einer Einrichtung, in der er nicht verwahrt sondern gefördert wird. http://pflege-prisma.de/hoffnung-fuer-michael-s-nach-fernsehsendung/

 

Bilder sagen oft mehr als Worte 
In Nürnberg hat ein jüngerer Heimbewohner sein Essen fotografiert und über Facebook eine spontane Anteilnahme erreicht, von der wir mit unseren Wortbeiträgen leider nur träumen können.  Sein Beispiel fand bereits eine Reihe von Nachahmern und löste eine allgemeine  Diskussion über das Essen in Einrichtungen aus. Wer sich beteiligen möchte, kann das auf dieser Facebookseite tun.  https://www.facebook.com/pages/Wir-fotografieren-unser-Essen-Residenz-Seniorenheim-Krankenhaus/476586982498564?sk=timeline

 

Bewertungsportal werpflegtwie eröffnet
Wer wissen will welches Hotel, welcher Arzt oder welches Krankenhaus andere empfehlen, findet häufig bereits aufschlussreiche Angaben in entsprechenden Online-Portalen.  Vergleichbares soll bald auch für den Bereich der Pflege möglich sein, ist sich Bernadette Höller, GF der werpflegtwie GmbH in Berlin sicher. Die Idee ist ja nicht neu, Pflege-SHV Mitglieder der ersten Stunden wissen dass wir darüber auch schon laut nachgedacht hatten.  Angesichts der jüngsten Diskussion um die Pflegenoten und was danach kommt, favorisiere ich erneut diese Form der Bewertung. Hinter  werpflegtwie , steht ein starkes Team und ein Ziel, das sich in der Aufforderung ausdrückt: „Kämpfen Sie mit Ihrer Bewertung für eine neue Pflegekultur!“ Mehr dazu auf unserer Homepage unter Berichte: http://www.pflege-shv.de/index.php?page=berichte  

 

Staatsanwaltschaft Koblenz sieht keinen Aufklärungsbedarf
Mit Verweis auf die Aussage von Heimaufsicht und Betreuungsgericht, lehnte nun auch die Generalstaatsanwaltschaft eine  Befragung der von uns genannten Zeugen ab. Hildegard B war alt, sie ist Tod. Schwamm trüber.  So die Haltung hinter diesem Beschluss. Und das ist das eigentlich Erschreckende. Da der reguläre Klageweg vermauert wurde, hoffen wir über die Veröffentlichung eine Auseinandersetzung mit diesem ungeheuerlichen Vorgang erwirken zu können.  Um Sie nochmals ins Bild zu setzen, um welchen Fall es geht und zugleich zu testen, wie das o.g. Portal funktioniert, habe ich das angezeigte Heim auf werpflegtwie  bewertet.  https://www.werpflegtwie.de/linz-kretzhaus/5181-seniorenzentrum-linzer-berg/  

 

Sonderseite  Demenz in Arbeit
Ausgehend vom Extremfall der Hildegard B will ich auf einer Sonderseite den Irrweg der Demenz herausarbeiten. Der damit beginnt, dass jeder der ein gewisses Alter hat, ohne nähere Untersuchung von jedem Arzt mit der Diagnose Demenz für unzurechnungsfähig erklärt werden kann. Der, bleiben wir auf diesem Irrweg, damit enden wird, dass sich die Demenz wie eine Epidemie verbreitet und die Länder spalten wird, in Menschen mit Demenz und solche, die sich um sie kümmern. Ein Appell an alle, die Suche nach einem Ausweg nicht länger denen zu überlassen die daran verdienen, dass die Angst vor Alzheimer wächst, sondern den eigenen Sinnen zu vertrauen, den eigenen Verstand zu benutzen und mit Besonnenheit und Ehrlichkeit nach Lösungen zu suchen.   Mehr dazu im nächsten Rundbrief im September. Bis dahin empfehle ich das Buch Nebelwelten, von Peter Wißmann. http://www.mabuse-verlag.de/Mabuse-Verlag/Produkte//Mabuse-Verlag/Unsere-Buecher/Unsere-Reihen/Demenz-Support-Stuttgart/Nebelwelten/id/d8a136fb-da67-d4e5-c2e6-35e9186b720a

 

Herzliche Grüße


Adelheid von Stösser                                                     St.Katharinen den, 23.07.2015